Archiv für den Autor: Jaroslaw Piwowarski

Geliked? Gelikt? Geliket?

geliked
Like: Für dieses aus dem Englischen ins Deutsche eingewanderte Verb ist Facebook verantwortlich – genau genommen der »Like«-Button. Hat man den »Gefällt mir«-Button gedrückt, hat man einen Beitrag, ein Bild oder die Rotkel-Facebook-Seite geliked … gelikt oder doch etwa geliket?

Wie also wird die Partizipform von liken gebildet? Die einzig korrekte Regel der Flexion eingedeutschter Verben gibt es nicht, dafür aber eine Empfehlung der Duden-Redaktion; diese bevorzugt die gleichen Regeln wie für die deutschen Verben.

Die Grundformel zur Bildung von Partizipformen schwacher Verben lautet: ge + Wortstamm + t. Der Wortstamm ist das, was übrig bleibt, wenn man die Vor- und Nachsilbe und die Flexionsendung abzieht; bei liken ist der Wortstamm lik. Nach dieser Formel lautet die Partizipform von like gelikt (ge + lik + t = gelikt). Klingt komisch, ist aber so.

Nach diesem Muster werden auch andere Partizipien schwacher Verben gebildet: faken/gefakt, tunen/getunt, managen/gemanagt, mobben/gemobbt, crashen/gecrasht, booten/gebootet, flirten/geflirtet, posten/gepostet, downloaden/gedownloadet, dealen/gedealt, mailen/gemailt, joggen/gejoggt, clicken/geclickt, shoppen/geshoppt, twittern/getwittert.

Also, alles klar? Wir hoffen, ihr habt nach der Lektüre dieses Blogs brav unsere Rotkel Facebook gelikt, geshart, getwittert und geinstagramt.

Abschlussarbeit mit Mehrwert: Interview mit einem der Macher von die-masterarbeit.de

Team_Die MasterarbeitNicht nur Großkonzerne, auch klein- und mittelständische Unternehmen bieten Studierenden Themen für Abschlussarbeiten an. Mit mittlerweile 700 Firmen in der Datenbank hilft die Internetplattform die-masterarbeit.de Studierenden dabei, das passende Masterarbeitsthema in einem Unternehmen zu finden. Über das Projekt sprachen wir mit Steffen Bünau, einem der Gründer der Seite.

Rotkel: Gemeinsam mit zwei Kommilitonen betreibst du das Internetportal die-masterarbeit.de, auf dem Studierende in der Themenfindung zu ihren Abschlussarbeiten unterstützt werden. Was findet man auf eurer Internetseite genau, und wie kam es zu der Idee für das Projekt?

Steffen Bünau: Auf unserer Webseite findet man mehr als 1.300 Themenvorschläge für Abschlussarbeiten bei Unternehmen. Studierende können durch www.die-masterarbeit.de oder www.die-bachelorarbeit.de ein Thema finden und eine Arbeit schreiben, die danach nicht in der Schublade verstaubt, sondern konkreten Mehrwert schafft. Wir stellen auf unserer Plattform das Thema in den Vordergrund. Ein Beispiel aus dem Bereich Wirtschaftswissenschaften wäre eine Fragestellung wie „Erarbeitung von neuen Vergütungsstrukturen, Sachleistungen und Arbeitsbedingungen für die Generation Y“. Das Unternehmen hinter dieser Frage ist nicht zwangsläufig allen Studierenden bekannt, über Fragestellungen wie diese bieten wir so Studierenden die Chance, neue Unternehmen kennenzulernen. Damit sind wir auch schon bei der Entstehungsgeschichte: Wir haben selbst unsere Abschlussarbeiten mit Unternehmen hinter uns geschrieben. Unser Problem bei der Suche nach einer Aufgabe für die Abschlussarbeit war, dass es eben nicht möglich ist, über ein Thema ein Unternehmen zu finden – das bedeutet, unser Pool war begrenzt auf die Unternehmen, die wir bereits kannten. Das möchten wir mit die-masterarbeit.de ändern.

Euer Ziel ist es nicht nur, Studierenden bei der Themenwahl für die Master- oder Bachelorarbeit behilflich zu sein, sondern auch Unternehmen bei der Suche nach Nachwuchs zu unterstützen. Wie kommen Studierende und Unternehmen über eure Seite zusammen?

Wir halten den Prozess so einfach, wie es geht: Nach der Auswahl des Fachgebietes und der Region zeigen wir dem Studierenden alle relevanten Themen. Ohne Anmeldung und komplett kostenlos. Ist ein Thema spannend, gelangt der Studierende mit einem Klick auf die Seite des Unternehmens und kann dort den Bewerbungsprozess starten. Für die Unternehmen ist dies eine große Chance, mit ihren Aufgaben für sich zu werben. Dies ist insbesondere für weniger bekannte Firmen, Hidden Champions und einen Großteil des innovativen Mittelstandes sehr relevant. Das zeigt sich auch daran, dass die meisten Unternehmen sich aktiv bei uns melden, damit wir den Studierenden immer die aktuellsten Themen zeigen. Zu Beginn, als wir die Themensammlung eher für uns selbst schufen, haben wir noch viel gegoogelt, dank der großen Nachfrage erhalten wir die meisten Themen inzwischen direkt. Sollte einmal kein Thema für die Studierenden dabei sein, helfen wir auch bei Initiativbewerbungen, durch unsere Datenbank haben wir einen guten Überblick über Themen und Unternehmen im Bundesgebiet.

Auf eurer Facebook-Seite habt ihr vor Kurzem von einem mittelständischen Unternehmen aus Bayern berichtet, das über die-masterarbeit.de viele hoch qualifizierte Bewerbungen zugeschickt bekommt. Welche Resonanz hat das Projekt bisher? Wer nutzt euer Angebot?

Das Projekt hat sowohl auf Seiten der Studierenden als auch auf Seiten der Unternehmen eine überraschend große Resonanz. In den Monaten seit der ersten Version unserer Seite hatten wir mehr als 70.000 Seitenaufrufe. Die große Aufmerksamkeit, die einige spezialisierte Unternehmen über unsere Seite erfahren haben, ging sogar so weit, dass uns Unternehmen baten, ihr Angebot nach wenigen Tagen wieder zu entfernen, da die Vielzahl der bereits eingegangenen Bewerbungen erst einmal verdaut werden musste. Das Interesse der Unternehmen stieg zum neuen Semester und nach dem Bericht im Deutschlandfunk schnell an, sodass wir im Moment knapp 700 Firmen in unserer Datenbank haben. Thematisch decken wir alle Fachbereiche ab, das größte Angebot gibt es aktuell in den Kategorien Ingenieurwissenschaften, Informatik, Wirtschaftswissenschaften und den Naturwissenschaften.

Eine Abschlussarbeit kann auch unabhängig von einem Unternehmen geschrieben werden. Welche Vorteile bringt es deiner Meinung nach, wenn sich Studierende für eine Abschlussarbeit bei einem Unternehmen entscheiden? Welche Vorteile haben Unternehmen von den Studierenden?

Zum einen kann man über eine spannende Aufgabe Unternehmen finden, die einem vorher unbekannt waren: Es gibt eine Vielzahl wirklich spannender Unternehmen, die nicht sofort ins Auge fallen. Zum anderen ist die konkrete Projektarbeit ein sehr effektiver Einstieg in ein Unternehmen, sodass es oft zu Übernahmeangeboten kommt.

Was sollten sowohl Studierende als auch Unternehmen bei der Themengestaltung beachten?

Wichtig ist, dass Bachelorarbeit und Masterarbeit akademische Prüfungsleistungen sind: Das bedeutet, dass das Thema früh mit potenziellen Betreuern abgestimmt werden sollte. Durch eine frühzeitige Kommunikation lassen sich mögliche Probleme vermeiden, dazu haben wir Informationen auf unserem Blog gesammelt.

Zurzeit betreut ihr die-masterarbeit.de neben dem Studium. Irgendwann seid ihr mit der Uni fertig. Gibt es bereits Pläne für die Zukunft des Projekts?

Wir lösen ein echtes Problem für Studierende und helfen innovativen Unternehmen, interessierte Studierende zu finden: Wir wollen unser Projekt in jedem Fall auch nachhaltig aufstellen.

Vielen Dank für das Interview.

Foto: Das Team von die-masterarbeit.de. Steffen Bünau in der Mitte.

Buterbrod бутерброд

buterbrodyVon 1999 bis 2008 erklärte eine deutsche Agrarmarketing-Organisation den letzten Freitag im September zum Tag des Butterbrotes, der bis heute von manchen Bäckereien für Werbeaktionen genutzt wird.

Das Butterbrot ist nicht nur einer der beliebtesten Pausensnacks in Deutschland, sondern auch eines der am häufigsten gebrauchten deutschen Lehnwörter im Russischen. Wer in Russland ein »buterbrod« bestellt, findet auf der Brotscheibe allerdings nicht nur Butter, dafür aber umso mehr Wurst, Käse oder Kaviar vor. Es entspricht also eher einem belegten Brot.

Wann der Begriff in den russischen Sprachschatz Eingang gefunden hat, ist nicht eindeutig nachgewiesen. Eine häufige Erklärung macht russische Soldaten zu Kriegszeiten für das deutsche Lehnwort verantwortlich. Als fester Bestandteil der russischen Küche wird das »buterbrod« heutzutage besonders gern bei Abendveranstaltungen und Festlichkeiten in vielfältigen Variationen serviert.

Polnischer Abgang variiert

Polnischer Abgang

Wer von einer Party verschwindet, ohne sich von Gastgeber und Gästen zu verabschieden, macht im Deutschen einen »polnischen Abgang« oder »verabschiedet sich auf Französisch«. Die umgangssprachliche Redewendung variiert in Deutschland von Region zu Region. Im Berliner Raum greift man auf Polen, in Südwestdeutschland auf Frankreich zurück.

Den Polen oder Franzos’ machen

Woher die Redewendungen kommen, ist nicht eindeutig geklärt. Der polnische Abgang ist wahrscheinlich nach dem Mauerfall entstanden, zu einer Zeit, in der Polenwitze zu Diebstahldelikten Hochkonjunktur hatten (Ableitung = sich davonstehlen). Die französische Variante ist älter. Bereits im 18. Jahrhundert unterstellte man den Franzosen, dass sie Feste ohne Abschiedsworte verließen.

Sich aus dem Staub machen

Das heimliche Weggehen wird nicht nur in Deutschland den Bewohnern anderer Länder zugeschrieben. Der französische Abgang findet sich zum Beispiel auch im Englischen mit »to take French leave« und im Spanischen mit »despedirse a la francesa«. In Polen bedient man sich beim polnischen Abgang wiederum der Engländer mit »wyjść po angielsku« genauso wie auch in Frankreich mit »filer à l’anglaise«.

Da stellt sich uns doch die Frage, in welchem Land die Deutschen für den unhöflichen Abgang herangezogen werden.

Deutsch mit englischem Background

Scheinanglizismen_RotkelIn der deutschen Sprache gibt es eine Vielzahl von Begriffen, die aus englischen Wörtern gebildet wurden, aber im Englischen so nicht verstanden oder verwendet werden. Zum Klassiker ist das deutsche Handy, das englische mobile oder cellphone, geworden.

Die Liste solcher Scheinanglizismen oder -amerikanismen ist lang: Das deutsche Peeling ist das englische body scrub, der Beamer der video projector, das Fitnessstudio das fitness centre oder die gym. In England schaut sich auch niemand eine Casting Show, sondern eine talent show an.

Wer hierzulande ein öffentliches Ereignis auf einer Großleinwand im Freien sehen will, geht zum Public Viewing, in englischsprachigen Ländern zum public screening. Gerade dieser Begriff ist tückisch, denn Public Viewing gibt es auch im amerikanischen Englisch und bezeichnet die öffentliche Aufbahrung eines Toten.

EU-Englisch

Scheinanglizismen sind kein deutsches Phänomen. Etwa 40.000 Menschen aus 28 europäischen Mitgliedsstaaten arbeiten in den EU-Institutionen und nutzen in offiziellen EU-Publikationen vermeintlich englische Begriffe, die im Englischen aber gar nicht existieren. Diese Entwicklung einer europäisierten, verformten Variante des Englischen wird auch als „EU-Speak“ bezeichnet.

Einige solcher englisch klingenden, aber falschen Wörter wurden in dem Dokument „Misused English Words and Expressions in EU Publications“ zusammengefasst. Die Auflistung zeigt die gängigsten Fehler auf und schlägt alternative und korrekte Bezeichnungen vor.

So existiert planification zum Beispiel im Englischen nicht, taucht in EU-Dokumenten aber regelmäßig auf. Die vorgeschlagene Alternative lautet planning. Auch die Krankenversicherung wird fälschlicherweise immer wieder als sickness insurance anstelle von health insurance benannt.

Woher kommt … der Name der Makkabi-Spiele?

Die zurzeit in Berlin stattfindenden 14. Europäischen Makkabi Spiele sind in aller Munde. Woher aber kommt der Name der größten jüdischen Sportveranstaltung?

Die Makkabiade ist ein Kofferwort aus den Begriffen Makkabi und Olympiade. Das hebräische Wort Makkabi geht zurück auf den Beinamen des jüdischen Volkshelden Judas Makkabäus, der im 2. Jahrhundert vor Chr. die Führung des nach ihm benannten jüdischen Aufstands gegen das Seleukidenreich übernahm. Unter Makkabäus wurde Jerusalem wieder befreit und der zweite Tempel 164 v. Chr. wiedereingeweiht, woran jedes Jahr mit dem Chanukkafest erinnert wird.

Die Makkabiade entstand im Zuge der Zionismusbewegung aus der jüdischen Sportbewegung „Makkabi“, die sich vor mehr als 100 Jahren von Berlin aus weltweit verbreitete und bis 1930 etwa 40.000 Mitglieder in 24 Ländern hatte. Die erste Welt-Makkabiade fand 1932 in Tel Aviv statt. Alle vier Jahre werden jeweils zwei Jahre nach der Makkabiade in Israel die Europäischen Makkabi Spiele veranstaltet – dieses Jahr erstmals in Deutschland.

Woher kommt … der Ausdruck „sich wie Bolle freuen“?

sich wie Bolle freuenDiese Redewendung geht laut Duden auf ein altes Berliner Volkslied zurück. Das genaue Lied nennt das Wörterbuch nicht, gemeint ist aber wohl „Bolle reiste jüngst zu Pfingsten“, ein Lied über einen unbeschwerten und vergnügten Berliner um 1900. Der typische Berliner Spitzname Bolle steht dabei für den Prototyp eines amüsierfreudigen Mannes.

In dem Lied unternimmt Bolle einen Ausflug nach Pankow und gerät in Schwierigkeiten: Unterwegs verliert er sein Kind im Gedränge, bekommt nichts zu essen und wird bei einer Schlägerei verletzt. Trotz des Ärgers endet fast jede Strophe mit den wiederkehrenden Zeilen „aber dennoch hat sich Bolle janz köstlich amüsiert“.

Die Verbindung zum bekannten Berliner Milchgroßhändler Carl Bolle, der seit Ende des 19. Jahrhunderts seine Milchprodukte in Pferdefuhrwerken, den sogenannten Bolle-Wagen, verkaufen ließ, könnte dem Duden zufolge erst später hinzugekommen sein.

Neben der kurzen Variante „sich wie Bolle freuen“ gibt es auch die längere Form „sich wie Bolle auf dem Milchwagen freuen“ – beides für sich vortrefflich amüsieren.

Es war einmal ein Satzzeichen

SemikolonWenn das Komma einen Satz zu schwach und der Punkt einen Satz zu stark trennt, dann gibt es noch die Möglichkeit, das Semikolon zu wählen. Umgangssprachlich als Strichpunkt bezeichnet, wird das zusammengesetzte Satzzeichen aus Punkt und Komma heute nur noch selten benutzt – zumindest in Literatur oder Presse. Vielfach zu sehen ist es dagegen als zwinkerndes Emoticon in der Onlinekommunikation, aber auch in anderer Form.

Tattoo-Semikolon

Typografische Spielereien oder Zitate aus literarischen Werken sind beliebte Motive bei Tattoo-Trägern. Auch das Semikolon sieht man weltweit verstärkt auf der Haut. Dahinter steckt das Project Semicolon, eine Bewegung aus den USA, die das Satzzeichen nutzt, um Menschen, die an Depressionen, Angststörungen oder anderen psychischen Erkrankungen leiden, Mut zu machen.

Menschen mit Selbstmordgedanken oder jene, die versucht haben, ihr Leben zu beenden, sollen mithilfe der symbolischen Bedeutung des Semikolon-Tattoos wieder Hoffnung und Lebensfreude gewinnen. Ein Autor verwendet ein Semikolon, wenn er einen Satz hätte beenden können, sich aber dagegen entschieden hat. Der Satz steht für das Leben, der Autor für den Betroffenen – so lautet die Botschaft des Projekts.

Vom Satzzeichen zum Symbol

Anders als beim Punkt oder Komma ist das Semikolon kein Pflichtzeichen in Satzkonstruktionen; seine Verwendung hängt immer von der Entscheidung des Autors ab. Doch gerade für geschriebene Texte mit langen Gedankengängen eignet es sich gut. Gleichrangige Sätze oder Wortgruppen lassen sich mit dem Semikolon verbinden. Zahlreiche Schreibende haben seine vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten noch nicht (wieder)entdeckt.

Nach der Abschlussarbeit

Jedes Jahr verleihen diverse Stiftungen, Unternehmen und Vereine Preise für Abschlussarbeiten. Einige zeichnen Arbeiten aus einem speziellen Themengebiet aus, andere ändern jedes Jahr den thematischen Schwerpunkt ihrer Ausschreibungen. Ob Medizin, Marketing, Rechts-, Wirtschafts-, Geistes-, Natur- oder Technikwissenschaften, für fast alle Fachgebiete gibt es eine passende Auszeichnung.

Manchmal lohnt es sich dafür, einen Blick über die eigene Disziplin hinaus zu werfen. So gewann 2015 die Germanistin Anke Hertling den Conrad-Matschoß-Preis für Technikgeschichte des Vereins Deutscher Ingenieure. Mit ihrer Dissertation „Eroberung der Männerdomäne Automobil“ überzeugte sie die Jury nicht nur im Hinblick auf einen technikgeschichtlichen Schwerpunkt, sondern auch durch den Fokus auf Geschlechterzuschreibungen von Technik.

Mit der Auszeichnung bekam die junge Wissenschaftlerin ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro. Aber das ist nur die eine Seite, es folgten Publikations- und Vortragsanfragen aus der Fachcommunity und auch in Vorstellungsgesprächen wurde Anke Hertling immer wieder auf ihre Preisträgerschaft angesprochen.

Neben dem beruflichen Erfolg ist es aber vor allem die gewonnene Aufmerksamkeit, die für sie Bedeutung hat: „Mir ist es vor allem wichtig, dass der Preis dazu beigetragen hat, dass meine Dissertation und mein Thema noch einmal von einer größeren Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen wurden. Und vielleicht gibt es dann sogar den wünschenswerten Effekt, die Klischees über Frauen am Steuer grundsätzlich infrage zu stellen.“

Im Zuge einer Auszeichnung lassen sich wichtige Kontakte in die Berufswelt knüpfen und Karrierechancen verbessern. In den meisten Fällen ist der Arbeitsaufwand des Bewerbungsprozesses gering. Häufig genügt es, die Arbeit, eine Zusammenfassung der Ergebnisse und einen Lebenslauf einzureichen, wie im Falle von Anke Hertling. Manchmal wird noch ein Gutachten oder eine Empfehlung der betreuenden Person an der Hochschule benötigt.

Für einen ersten Überblick haben wir eine Tabelle mit diversen Preisen zusammengestellt, die zum Weiterrecherchieren und Stöbern anregen soll. Informieren Sie sich über die Teilnahmebedingungen und Abgabetermine und reichen Sie Ihre Arbeiten ein – viel Glück!

Bild: Rotkel Textwerkstatt.

Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität.

Preis der VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt Für energie- und umweltrelevante Bachelor-, Master- oder Diplomarbeiten, Dotation 1.500 Euro.
Marie Elisabeth Lüders-Wissenschaftspreis Für rechts- und wirtschaftswissenschaftliche Dissertationen und Habilitationsschriften, Druckkostenzuschuss in Höhe von 2.000 Euro.
Erhard Höpfner Studienpreis Für Master- oder Diplomarbeiten der Universitäten und Hochschulen in Berlin, Dotation 4.000 Euro.
Förderpreis der Horizont-Stiftung Für Diplomarbeiten, Dissertationen, Forschungs- und Projektarbeiten, die sich zukünftigen Entwicklungen in der Kommunikations-, Medien- und Werbeindustrie widmen.
David-Kopf Hochschulpreis Für Masterabsolventen der Wirtschaftsinformatik, Lebensmitteltechnologie, Chemie, Pharmazie, Betriebswirtschaftslehre und Logistik, Dotation 10.000 Euro.
Karriere-Preis der DZ BANK Gruppe Für akademische Abschlussarbeiten im Bereich „Banking & Finance“, Dotation 24.000 Euro.
Der Hochschulpreis des Deutschen Aktieninstituts e.V. Für wissenschaftliche Abschlussarbeiten, Dissertationen und Habilitationen zum Thema „Aktie und Kapitalmarkt“,  Dotation 20.000 Euro.
Dr. Tyczka Energiepreis Für Dissertationen, Bachelor- oder Masterarbeiten mit praxisnahen oder umgesetzten Energieeinsparkonzepten, Dotation 5.000 Euro.
Karl H. Ditze-Preis Für Dissertationen und Examensarbeiten aus den geisteswissenschaftlichen Fachbereichen und der Erziehungswissenschaften an der Universität Hamburg.
Conrad-Matschoß-Preis Für deutschsprachige Beiträge aus der technikhistorischen Forschung, Dotation 3.000 Euro.

 

Merkeln, schrödern und orbanisieren

 

Nicht jeder Neologismus geht dauerhaft in den Sprachgebrauch ein, Bild: Edyta Dombrowski.

Nicht jeder Neologismus geht dauerhaft in den Sprachgebrauch ein, Bild: Edyta Dombrowski.


Namen von bekannten Personen, insbesondere von Politikerinnen und Politikern, und ihre charakteristischen Eigenschaften werden vielfach mit eigenen Wortschöpfungen belegt. In den Medien kreiert sind die Neologismen meist aktualitätsgebundene, negativ konnotierte Modeerscheinungen. Es gab schon alles Mögliche: schrödern für „autoritäre Auftritte“, merkeln für „zögerliches Verhalten“, wulffen je nach Kontext für „lügen, ohne es zuzugeben“, „auf Kosten anderer Leben“ oder „den Anrufbeantworter vollquatschen“.

Im Zuge der letzten polnischen Präsidentschaftswahl im Mai 2015 tauchte in der deutschen Medienlandschaft vielfach der Begriff der Orbanisierung auf. Der unerwartete Sieg des nationalkonservativen Politikers Andrzej Duda löste Besorgnis über mögliche euroskeptische und nationale Entwicklungen sowie über ein Abdriften Polens nach rechts – wie in Ungarn unter Viktor Orbán – aus.

Einen politischen Vergleich machte jüngst auch der Grünen-Chef Cem Özdemir, als er sich zur aktuellen Parlamentswahl in der Türkei äußerte. Özdemir kritisierte den zunehmend autoritären Herrschaftsstil des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan und schrieb ihm putineske Züge zu.

Nicht jedes Wort geht nachhaltig in den Sprachgebrauch ein, viele sind lediglich Schlagzeilen-Eintagsfliegen. Guttenbergen für „abschreiben“ wird kaum jemand noch benutzen. Wenn aber die Aktualität eines Wortes nicht abnimmt, dann hat eine Neuschöpfung gute Chancen, länger bestehen zu bleiben.

Solange zum Beispiel Röntgenstrahlen zum Einsatz kommen, wird röntgen vielleicht weitere hundert Jahre alt. Bis zur nächsten Arbeitsmarktreform, wird man, wie wohl jeder weiß, auch weiterhin keine Sozialhilfe empfangen, sondern hartzen. 2009 zum Jugendwort des Jahres gewählt ist das von Peter Hartz und den Hartz-IV-Reformen abgeleitete Verb immer noch im Gebrauch und mittlerweile online im Duden zu finden.

Ähnliche Entwicklungen gibt es selbstverständlich auch in anderen Sprachen. So schaffte 2012 der Fußballprofi Zlatan Ibrahimović durch seinen außerordentlichen Fußballstil mit zlatanera (deutsch: zlatanieren) für „stark dominieren“ den Sprung in die schwedischen Wörterbücher.